Gregor(ius) II.

Namenstage: Gregor

Funktion: Heiliger, Papst

Gedenktag: 12. Februar

Gregor wurde um 669 in Rom als Sohn einer sehr reichen und vornehmen Familie geboren, seine Eltern hießen Marcellus und Honesta. Das Haus, in dem sie wohnten, verwandelte er später in ein Kloster. Schon früh stand er als Sacellarius (Schatzmeister) und Bibliothekar im päpstlichen Dienst, und zehn Tage nach dem Tod des seit 708 amtierenden Konstantin I. wurde er am 19. Mai 715 selbst zum Papst geweiht.

Zum Langobardenkönig Liutprand, der in dieser Zeit die Vereinigung der germanischen Herzogtümer in Italien anstrebte, hatte Gregor II. meist gute Beziehungen, nachdem er ihn zur Aufgabe des besetzten Ravenna überredet hatte. 716 sandte er auf Bitten des Bayernherzogs Theodo einen Bischof nach Bayern. Drei Jahre später schickte er den Benediktinermönch Winfried, dem er den Namen Bonifatius verlieh, nach Bayern, Thüringen, Hessen und Friesland zur Mission; 722 weihte er ihn auch zum Bischof.

In Rom stellte Gregor II. einen großen Teil der Stadtmauern wieder her, erbaute neue und restaurierte verfallene Kirchen und sorgte durch Stiftungen für die Armen und Alten. Nach anfänglicher Ruhe in den byzantinischen Besitzungen in Italien kam es im Bilderstreit (Verbot der Verehrung von Bildern, was die Ostkirche durchsetzen wollte) und wegen hoher Steuern ab 726 zu scharfen Auseinandersetzungen mit Kaiser Leon III. Gregor verbat sich drastisch dessen Einmischung in kirchliche Belange: »Wir müssen dir ungelehrt und einfältig schreiben, da du ungelehrt und einfältig bist. Du solltest wissen, daß die Dogmen der heiligen Kirche den Bischöfen, nicht den Kaisern zur Entscheidung zustehen.« Der Kaiser soll sogar versucht haben, Gregor entführen und nach Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) schaffen zu lassen, doch dieser konnte sich auf die Unterstützung der Römer und die Hilfe Liutprands verlassen, vermittelte weiter geschickt und konnte einen italischen Aufstand gegen Konstantinopel und die Erhebung eines Gegenkaisers verhindern. Letztlich führten die Auseinandersetzungen dazu, dass das Byzantinische Reich seine verbleibenden Besitzungen in Italien verlor.

Gregor II. starb am 11. Februar 731. Sein politisches und diplomatisches Geschick im Spannungsfeld zwischen den Langobarden und Konstantinopel macht ihn zu einem der bedeutendsten Päpste des 8. Jahrhunderts.

Darstellung: im Papstgewand

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

 

 Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010